Resilienz: Interne vs. externe Kontrollüberzeugungen?

Was sind interne und externe Kontrollüberzeugungen?

Die Kontrollüberzeugung ist die subjektive Wahrnehmung, dass man die eigenen Handlungen und deren Folgen beeinflussen kann – oder auch nicht. Diese Wahrnehmung ist ein wesentlicher Faktor, der unser Verhalten beeinflusst. Dieser Artikel untersucht die Kontrollüberzeugung aus zwei verschiedenen Perspektiven: interner und externer Kontrolle.

Wir haben das Steuer in der Hand vs. wir sind fremdgesteuert

Die interne Kontrollüberzeugung besagt, dass wir unsere Handlungen selbst kontrollieren und steuern können. Die externe Kontrollüberzeugung hingegen besagt, dass unser Verhalten von äußeren Faktoren wie Glück oder Zufall oder auch anderen Menschen bestimmt wird.

Unsere Kontrollüberzeugungen entwickeln sich aus unseren Erfahrungen und unserer Umwelt. Je nachdem, welche Erfahrungen wir machen und welche Umwelt wir haben, werden unsere Kontrollüberzeugungen stärker oder schwächer ausgeprägt.

Wie beeinflusst die Kontrollüberzeugung unser Verhalten?

Interne und externe Kontrollüberzeugungen beeinflussen unser Verhalten auf verschiedene Weise.

Eine interne Kontrollüberzeugung ist die Überzeugung, dass wir selbst die Kontrolle über unsere Handlungen haben. Wir glauben, dass wir unsere eigenen Entscheidungen treffen und unser eigenes Schicksal bestimmen können. Diese Überzeugung führt dazu, dass wir uns selbstbewusster fühlen und motivierter sind, unser Leben zu gestalten. Wenn wir unsere Ziele erreichen, rechnen wir die Verdienste dafür uns selbst zu und freuen uns über unseren Erfolg. Wenn wir jedoch scheitern, geben wir die Schuld nicht anderen, sondern suchen nach Gründen in uns selbst.

Die Forschung hat gezeigt, dass Menschen mit einer starken internen Kontrollüberzeugung eher bereit sind, für ihr Ziel zu arbeiten und Risiken einzugehen. Diese Menschen sind auch eher in der Lage, Herausforderungen zu meistern und Schwierigkeiten zu überwinden. Im Gegensatz dazu haben Menschen mit einer schwachen internen Kontrollüberzeugung tendenziell mehr Angst vor Misserfolg und sind daher eher geneigt, aufzugeben oder auf halbem Weg stecken zu bleiben.

Eine externe Kontrollüberzeugung ist die Überzeugung, dass andere Menschen oder äußere Umstände die Kontrolle über unsere Handlungen haben. Wir glauben, dass andere Menschen entscheiden, was wir tun sollen oder was mit uns passiert. Unseren äußeren Lebensumständen sehen wir uns hilflos ausgeliefert. Diese Überzeugung führt dazu, dass wir uns unsicherer fühlen und weniger motiviert sind, unser Leben zu gestalten. Wir verhalten uns passiver, planen wenig voraus und lassen die Dinge auf uns zukommen. Denn wenn wir glauben, dass wir ohnehin keinen Einfluss auf unser Leben haben, warum sollten wir uns dann überhaupt anstrengen? Wenn wir unsere Ziele erreichen, rechnen wir die Verdienste nicht uns selbst zu, sondern denken, dass es Zufall war oder dass andere Menschen uns geholfen haben. Wenn wir jedoch scheitern, geben wir die Schuld nicht uns selbst, sondern suchen nach Gründen in der Umwelt oder bei anderen Menschen.

Warum ist es wichtig, unsere Kontrollüberzeugungen zu kennen?

Die meisten Menschen neigen dazu, externe Kontrollüberzeugungen zu haben. Dies ist verständlich, da es in unserer Gesellschaft viele externe Faktoren gibt, die unser Leben beeinflussen (z. B. Arbeitslosigkeit, Krankheit, Diskriminierung). Allerdings übersieht die externe Kontrollüberzeugung, dass wir in jeder Situation immer noch verschiedene Möglichkeiten haben, wie wir damit umgehen. Das nimmt uns die Chance, das eigene Leben positiv zu beeinflussen. Dadurch können externe Kontrollüberzeugungen zu Angst, Depression und Resignation führen.

Es ist also wichtig, unsere Kontrollüberzeugungen zu kennen, um zu verstehen, wie sie unser Verhalten beeinflussen. Wenn wir erkennen, dass wir externe Kontrollüberzeugungen haben, können wir uns bewusst dafür entscheiden, diese zu ändern und uns stattdessen intern zu orientieren. Dies kann uns helfen, unsere Sicht der Dinge zu verändern und unser Leben optimistischer und selbstbestimmter zu gestalten.

Beispiele für die Anwendung der Kontrollüberzeugungen in unserem Leben

Die Kontrollüberzeugungen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Denkens und Handelns. Wir nutzen sie, um uns selbst zu regulieren und unsere Umwelt zu verstehen. Die Kontrollüberzeugungen können uns jedoch auch in die Irre führen und dazu führen, dass wir unangemessene oder sogar schädliche Verhaltensweisen an den Tag legen.

Einige Beispiele für Situationen, in denen unsere Kontrollüberzeugungen eine Rolle spielen können, sind:

  • Wenn wir versuchen, uns an einen neuen Job oder eine neue Umgebung anzupassen
  • Wenn wir mit anderen Menschen in Interaktion treten und versuchen, einen guten Eindruck zu machen
  • Wenn wir Entscheidungen treffen müssen, bei denen es um Risiko und Belohnung geht
  • Wenn wir mit Stress oder Angst zu kämpfen haben

Menschen mit interner Kontrollüberzeugung werden in jeder dieser Situationen selbstbewusster und aktiver auftreten. Sie geben sich vielleicht etwas weniger Mühe, sich an einen Job anzupassen oder bei anderen Menschen einen guten Eindruck zu erwecken – denn sie sind davon überzeugt, dass sie mit authentischem Auftreten im Job am meisten bewirken und die ehrlichsten Freundschaften aufbauen können. Und falls sie damit auf starke Ablehnung stoßen, war es nicht der richtige Job oder die richtige Kontaktperson für sie. Dann suchen sie aktiv etwas anderes oder jemand anderen.

Menschen mit interner Kontrollüberzeugung werden Entscheidungen sorgfältiger abwägen, aber dann voller Entschlossenheit dahinter stehen und sie auch gegen Hindernisse durchziehen. Sie leiden weniger unter Stress und Angst.

Insgesamt sind die Chancen auf Erfolg bei Menschen mit interner Kontrollüberzeugung höher.

Wie können Sie Ihre interne Kontrollüberzeugung stärken?

Analysieren Sie Ihre Erfolge

Schreiben Sie die fünf größten Erfolge in Ihrem Leben auf. Dann überlegen Sie, welche Ihrer Verhaltensweisen und Fähigkeiten zu diesem Erfolg geführt haben. Erstellen Sie ein Stärkenprofil von sich selbst.

Tun Sie, was Sie gut können

Tun Sie regelmäßig Dinge, in denen Sie besonders gut sind. Das können Hobbys sein, berufliche Aufgaben oder alltägliche Erledigungen, wie z. B. Kuchen backen oder ein Fahrrad reparieren. Das Wichtige ist, dass Sie Erfolge sammeln – auch wenn die Voraussetzungen mal nicht so gut sind. Das stärkt Ihr Selbstbewusstsein und Ihre interne Kontrollüberzeugung.

Ergreifen Sie die Initiative

Überlegen Sie sich, in welchen Bereichen Ihr Leben Verbesserungspotential hat. Setzen Sie sich Ziele, wie genau der optimale Zustand für Sie in diesem Bereich aussieht. Dann erstellen Sie Pläne, wie Sie das erreichen können – mit konkreten, zeitlich festgelegten und realistischen Maßnahmen. Und dann machen Sie sich, eine nach der anderen, an die Umsetzung dieser Maßnahmen. Sie werden sehen, wie viel Sie selbst bewirken können!

Fazit: Interne Kontrollüberzeugung ist erlernbar

Eine interne Kontrollüberzeugung zu haben, gibt Ihnen höhere Chancen, Ihr Leben so zu gestalten, wie Sie selbst es wünschen. Sie werden häufiger die Initiative ergreifen und mehr Durchhaltevermögen an den Tag legen. Daher lohnt es sich, die interne Kontrollüberzeugung zu stärken. Beispielsweise, indem Sie Ihr Selbstbewusstsein verbessern und sich auf Ihre Erfolge fokussieren. Auch wenn weiterhin äußere Umstände und andere Menschen einen gewissen Einfluss auf Ihre Situation haben, können Sie mit interner Kontrollüberzeugung aus jeder Situation das Bestmögliche machen.

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